Entspannungsmethoden
Positive Selbstbeeinflussung - Verantwortung für sich selbst übernehmen
Hektik, Reizüberflutung, übersteigerter Leistungsanspruch in unserer hochtechnisierten Gesellschaft sowie Einschränkungen in der Selbstverwirklichung führen zu Dauerbelastung und Stress, die das feine Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele aus dem Gleichgewicht bringen. Dadurch wird das Immunsystem geschwächt und Krankheitserreger können leicht eindringen. Seelische Konflikte werden auf körperlicher Ebene durch Krankheit ausgedrückt. Häufig ist der Stress selbst gemacht, weil wir zu hohe Erwartungen an uns selbst stellen und so zu unserem eigenen Feind werden. Entspannungsmethoden sind ein wirkungsvolles Gegenmittel zu Stress.

© Martina Taylor / PIXELIO
Autogenes Training:
Autogenes Training (AT) ist eine schon seit längerem bekannte Entspannungsmethode. Sie wurde Ende der 1920er/Anfang 1930er Jahre von dem Neurologen Prof. J. H. Schulz entwickelt und vorgestellt. Er ließ dabei Erfahrungen aus der Hypnose, aber auch fernöstlicher Versenkungsmethoden einfließen. Es war damals bekannt, dass Patienten sich im Zustand der Hypnose ruhig und entspannt fühlten und körperliche Phänomene wie Schwere- und Wärmegefühle auftraten, wie diese berichteten. Die Rhythmen von Atmung und Herzschlag beruhigten sich, dadurch fand der Organismus zur Ruhe. Diese Vorgänge und Nebeneffekte der Hypnose wollte Prof. Schulz nutzen, um einen Entspannungszustand durch systematisches Üben bewusst herbei zu führen. Deswegen wurde das Autogene Training auch als eine Form der "Selbsthypnose" (Autohypnose - autogen: selbst hervorgerufen) bezeichnet.
Die Wirkung des AT wurde inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen. Dennoch fällt vielen Anwendern die Konzentration auf sich selbst, das Los- und Geschehen lassen oft noch schwer. Das unruhige Kreisen der Gedanken um die eigene Problematik, unbewusste Ängste oder Vorbehalte gegen die Entspannungsmethode stellen Lernbarrieren dar. Deshalb sind Geduld und Ausdauer wichtige Voraussetzungen für das Erlernen.
AT stellt als Entspannungstechnik eine Methode als "Hilfe zur Selbsthilfe" dar. Es sollte jedoch nicht nur als eine Technik angesehen werden, mit der Stress und Konflikte besser bewältigt werden können. Eine Einsicht in die eigene Lebenssituation und Ursachen des Stresses und der Belastungen ist wichtig, damit diese veränderbar werden. Veränderungen sind in erster Linie dann am besten zu erreichen, wenn man über mehr innere Ruhe und Gelassenheit verfügt. Um sich individuell weiter zu entwickeln, muss die betroffene Person jedoch die eigene einengende Situation erkennen. Es ist jedoch nicht immer so einfach, die Ursachen zu erkennen, da sie oft unbewusst sind (s. a. "Regressions- und Reinkarnationsanalyse"). Ist dies so nicht mehr möglich, ist eine Klärung mit fachlicher Unterstützung meist hilfreich.
Nach Bewusstmachen der Ursachen ist AT -bei Beherrschen der Technik- eine sehr hilfreiche Form persönliche Problematiken selbst positiv zu beeinflussen und zu lenken. Das stärkt Selbstvertrauen und Selbstsicherheit und die Gewissheit, das eigene Wohlbefinden beeinflussen zu können sowie sich seinen Belastungen und Problemen nicht mehr hilflos ausgeliefert zu fühlen. Man hat damit die Möglichkeit für sich selbst und seine Gesundheit Verantwortung zu übernehmen.
Fantasiereisen: Sie dienen ebenfalls wie autogenes Training der Entspannung und Erholung. Hierbei werden entspannende, erholsame Bilder eingesetzt wie beispielsweise ein Spaziergang am Strand, das Liegen auf einer schönen Sommerwiese oder andere angenehme Vorstellungen. Sie können aber auch als Instrument dienen, um bestimmte Inhalte zu transportieren. Dadurch kann man gegebenenfalls auch eine neue oder andere Sicht auf bestimmte Dinge erhalten und festgefahrene Verhaltensmuster überdenken. Auch bei Fantasiereisen wird mit Selbstsuggestionen gearbeitet. Während der Entspannungsphase befindet sich der Körper zwar in einem tranceartigen Zustand mit zurückgefahrener Aktivität, das Gehirn hingegen ist hellwach und aktiv und in diesem Zustand besonders aufnahmefähig. Wenn man während einer Fantasiereise nur wenige Impulse von außen erhält, wird das Gehirn inspiriert, die Gedanken frei fließen zu lassen und sie nicht bewusst zu lenken oder zu beeinflussen. Dabei kann man auf Ideen und Lösungen kommen, die man rational nicht gefunden hätte, weil man dabei besseren Zugang zu seinem Unterbewusstsein hat.
Nach Beendigung der körperlichen Entspannungsphase fühlt man sich erholt und gestärkt, obwohl gleichzeitig geistig "gearbeitet" wurde, was Grundlage für eine Weiterarbeit sein kann oder einen kreativen Prozess in Gang setzen kann.
Die Anwendung von Entspannungsmethoden ist heute aufgrund des hohen Stressaufkommens mehr denn je aktuell.
Ein Weg zu Ruhe und Selbstfindung ist auch die Meditation. Meditation hat nichts mit Magie, Mystik oder Esoterik zu tun und kann von Jedem erlernt werden. Eine befriedigende Meditation bringt eine Ruhepause in den Alltag, der oft nervenaufreibend und anstrengend für Körper, Geist und Seele ist. Die Kontrollfunktion des Verstandes wird für eine Weile ausgeschaltet. Eine größere Selbstakzeptanz , Selbstentfaltung und eine Befreiung von Zwängen und Ängsten können durch das "Ganz-zu-sich-selbst-kommen" in der Meditation ermöglicht werden. In vollkommener Ruhe kann man Einblicke bis auf den Grund seiner Seele erhalten und erkennen, wer man ist, was man ist und was man wirklich will, was jedoch oft im Gegensatz zum Willen des "Egos" und des Verstandes steht. In der Meditation lässt sich nichts mit dem Willen erzwingen, weil Wille immer Spannung bedeutet. Doch gerade für "Kopfmenschen" ist es oft nicht einfach den Verstand und den Willen der Absichtslosigkeit der Meditation unter zu ordnen. Geduld und Ausdauer sind auch hier wichtige Voraussetzung, um Probleme mit dem "Loslassen- können" und "Geschehen-lassen" besser zu bewältigen.
Buchempfehlungen:
Else Müller: "Inseln der Ruhe - Ein neuer Weg zum Autogenen Training für Kinder und Erwachsene", Kösel-Verlag
Dr. Frank Kinslow: „Suche nichts – finde alles!“, Vak Verlag
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