Hintergrundgedanken



© Makrohelmut / PIXELIO


Wir bilden uns oft Urteile über uns selbst und das Leben, und diese Urteile sind wie
Linsen, die uns alles verzerrt darstellen. Wir blicken hindurch und sehen uns in
unserem Urteil bestätigt. Wenn wir davon ausgehen, dass wir den Anforderungen
des Lebens nie gewachsen sein werden, ist das wie ein Blick durch die Linse,
der uns schließlich einen "Fehler" erkennen lässt und wieder einmal bestä-
tigt, dass wir die richtige Einschätzung haben. Tatsächlich entgeht uns
aber die Realität, solange wir unsere urteilenden Gedanken für die
Wahrheit halten. Urteile wie "Ich schaffe es nicht" oder "Ich tauge
nichts" sind deshalb von so verheerender Wirkung, weil wir sie
nie in Frage stellen. Unser Festhalten an Vorstellungen, wie
das Leben sein sollte, an Wünschen, an Abneigungen,
zieht immer Leiden nach sich.

Ezra Bayda


Warum ist das so? Warum fühlen wir uns belastet, schuldig, haben Angst, werden wir krank?



Wir glauben meistens das,
was uns vermittelt wurde
und misstrauen dem,
was unser Gefühl uns sagt.
Das sind oft zwei verschiedene Dinge:
Wenn das Herz eine andere Sprache spricht
als unser Verstand,
verursacht das in uns einen Konflikt.
Und dann neigen wir oft dazu, dieses Gefühl zu verdrängen.
Die Stimme des Herzens ist leiser, feiner und leichter zu überhören,
als die des Verstandes.
Der Verstand sagt: „Traue nur dem, was du siehst, hörst und gelernt hast.“
Vielleicht hast du gelernt, dass das, was bestimmte Personen oder Institutionen sagen, grundsätzlich immer richtig ist,
oder vielleicht hast du gelernt, grundsätzlich allem und jedem zu misstrauen,
bevor nicht das Gegenteil bewiesen ist.
Früher hast du vielleicht noch gefragt: „Warum?“
„Es ist halt so, weil es immer schon so war“, war die Antwort.
Die Generation vor uns hat uns das beigebracht
und vorher schon die davor.
So haben wir verlernt,
unserem Gefühl, unserer Intuition zu folgen,
diesen feinen Antennen der inneren Wahrnehmung,
die uns mit unserem eigentlichen ewigen Sein verbindet,
die uns die Wahrheit – unsere eigene Wahrheit – sagen würde,
wenn wir auf sie achten und ihr trauen würden.
Ein Kind fühlt und erlebt sich und seine Umwelt noch ohne vorgefertigte Ansichten, Vorstellungen und Prägungen,
die uns später daran hindern,
uns in unserem reinen Sein zu erfahren
und nur wahrzunehmen, was ist
und nicht, was wir glauben, was ist.
Manches Tier weiß instinktiv, wann Gefahr droht.
Es hört auf seine innere Stimme, die es leitet und führt.
Aber uns wurde beigebracht, dass es diese Wahrnehmung nicht gibt,
weil man sie nicht beweisen kann.

Wir sind nicht das, was unsere Gedanken uns glauben machen -
wir sind viel mehr.
Diesen Schatz können wir tief in uns erfahren,
wenn wir alle Vorstellungen über richtig oder falsch loslassen,
mit denen wir uns selbst begrenzen.

Und dennoch haben wir es so gewollt,
bevor wir hierher kamen,
weil wir diese Erfahrungen gewählt haben und durch sie reifen wollten.
Aber wir haben es vergessen,
je länger wir hier waren.

Es wird Zeit, sich zu erinnern,
wer wir wirklich sind …
                                         Karin Franken
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